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Eine Frau erzählt von ihren Erfahrungen als Wiedereinsteigerin

Nach der Geburt meiner Tochter habe ich meine Stelle als Kundenberaterin in einem kleinen Bankinstitut aufgegeben. Den Entschluss dazu hatte ich bewusst gefasst, ich wollte mich ganz der neuen Aufgabe widmen. Nun betreue ich schon seit zehn Jahren meine inzwischen vierköpfige Familie. Seit die jüngere Tochter in den Kindergarten kam, und ich über mehr Freizeit verfügte, begann sich eine gewisse Unzufriedenheit bei mir einzuschleichen. Immer häufiger ging mir durch den Kopf, ob ich wohl im Berufsleben noch eine Chance hätte. 

Ich las ab und zu den Stellenanzeiger und entdeckte, dass ich für gar keine dieser Stellen geeignet war. Überall fand ich Anforderungen, von denen ich dachte, dass ich sie nicht erfüllen könne. Je länger, desto grösser wurden meine Zweifel, ich wurde immer unsicherer. Selbst meinen Partner begann es zu nerven, dass ich ständig von Arbeiten sprach, aber gleichzeitig nur Gründe fand, warum es sicher nicht gehen würde.

Auf die Idee, eine Laufbahnberatung beim S&B Institut zu machen, kam ich durch die Empfehlung einer Freundin, die sich schon früher auf diesen Weg gewagt hatte. Schon die erste Aufgabe, die mir Frau Barmettler vor dem ersten Gespräch stellte, ihr nämlich einen aktuellen Lebenslauf zu schicken, brachte mich ins Schwitzen. Auch hier kam es mir vor, als hätte ich überhaupt nichts zu bieten. Trotzdem kämpfte ich mich durch und stellte das Gewünschte zusammen. 

Während der Beratungsgespräche haben wir gemeinsam nach Antworten auf Fragen gesucht, die ich mir schon lange gestellt habe. Ich genoss es, mir Zeit für mich selbst zu nehmen und mich wieder einmal mit mir selbst zu beschäftigen. Aber es war auch anstrengend! Besonders, wenn ich mich mit meinen Stärken und Fähigkeiten beschäftigen musste. Wo bin ich wirklich gut? Wo besonders stark? Das war  sehr ungewohnt für mich, hatte ich doch vorher vor allem an meinen Schwächen herumstudiert. Durch die Beratung erhielt ich Hinweise auf meine Stärken, meine Spezialitäten. Ich merkte, dass ich einiges mehr zu bieten habe, als ich gedacht hatte.

Auch die vertiefenden Arbeiten zwischen den einzelnen Gesprächen habe ich besonders geschätzt. Diese Hausaufgaben waren für mich eine Art Verpflichtung, ich wollte nicht mit leeren Händen ins nächste Gespräch gehen. Also setzte ich seit langem zum ersten Mal wieder Prioritäten für mich und begann, bewusst Zeit für mich einzuplanen.

Ich fand heraus, dass ich mit meinen Erfahrungen und Interessen jederzeit wieder als kaufmännische Sachbearbeiterin einsteigen könnte, merkte jedoch, dass ich nicht mehr zurück auf die Bank möchte. Aber die Vorstellung, wieder in einem Büro zu arbeiten, lockte mich sehr. Da ich in diesen zehn Jahren einige ehrenamtliche Tätigkeiten ausübte, konnte ich diese als zusätzliche Erfahrung angeben. Etwas, was mir vorher und als ich den Lebenslauf erstellte, nicht in den Sinn gekommen wäre.

Am Schluss des ersten Teils der Beratung habe ich einen ausführlichen Beratungsbericht erhalten. Obwohl sich Frau Barmettler darin auch kritische äusserte, was mir nicht nur gefallen hat, die Zusammenstellung all dessen, was ich kann, hat mich sehr gerührt. Plötzlich hatte ich das Gefühl, wieder ein Teil dieser Arbeitsgesellschaft zu sein. So fiel es mir auch leicht, meine Bewerbungsunterlagen zu aktualisieren. Nach der 5. Version war dann auch Frau Barmettler mit deren Inhalt einverstanden, ich selbst hätte mich viel früher zufrieden gegeben.

Während der Coaching-Phase habe ich die verschiedenen Varianten, das heisst, Branchen und geeignete Arbeitsorte, näher kennen gelernt. Ich habe verschiedene Berufsleute interviewt, um mir ein Bild über ihr Tätigkeitsfeld zu machen. Da gab es einige Enttäuschungen zu verkraften, hatte ich mir doch teilweise ganz andere Vorstellungen gemacht. Es hat mir geholfen, während der anschliessenden Bewerbungsphase ab und zu auf die Unterstützung von Frau Barmettler zurückzugreifen. 

Heute arbeite ich 40% in einem Schulsekretariat und freue mich auf die Zeit, wenn ich das Pensum erhöhen kann.

I.L.

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