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Es ist jetzt schon einige Zeit her, dass Sie mich gefragt haben, ob
ich Lust hätte aufzuschreiben, wie ich die Berufsberatung bei Ihnen
erlebt habe. Der Lehrbeginn war recht anstrengend, ich hätte nicht
gedacht, dass es so eine grosse Umstellung ist von der Schule zur
Arbeit. Aber nach drei Monate
habe mich jetzt gut eingelebt und darum auch endlich Zeit, den
Bericht zu schreiben. Damit ich alles in der richtigen Reihenfolge
aufschreiben kann, habe ich jetzt die Übersicht über die
verschiedenen Gespräche und alle Unterlagen, die Sie mir gegeben
haben, vor mir ausgebreitet.
Ich erinnere mich, dass ich in der zweiten Klasse der Sekundarschule
noch kaum wusste, welche Berufe mich interessieren könnten. Ich fand,
dass wohl das KV noch eine gute Idee wäre oder vielleicht auch ein
Beruf mit Kindern. In der Schule hatten wir zum Thema Berufswahl zwar einmal über unsere Traumberufe erzählen müssen, aber damals kam mir
nicht viel in den Sinn.
Meine Eltern wollten, dass ich zu Ihnen in die
Berufsberatung kommen, weil sie fanden, ich müsse mehr über meine Interessen und Fähigkeiten
herausfinden und auch sehen, wie viele Berufe es überhaupt gibt. Ich
war zuerst nicht so begeistert und dachte, dass Sie als Fremde ja wohl
kaum mehr über mich wissen könnten als ich selbst. Aber meine Eltern
haben mich überzeugen können.
Schon bevor ich zum ersten Mal zu Ihnen kam, habe ich
Arbeit von Ihnen erhalten :-). Zusammen mit einem Brief haben
Sie mir einen Bogen geschickt, auf dem ich meine Lieblingsfächer,
meine Hobbys und meine Berufsideen von früher und heute aufschreiben
musste.
Zum ersten Beratungsgespräch kamen meine Eltern mit.
Sie wollten viel von mir und meinen Eltern wissen und haben uns ganz genau erklärt, was wir in der Beratung machen werden.
Besonders gefreut hat mich, dass meine Eltern auf die Frage, was ich
gut könne, so viel Positives über mich gesagt haben! Ich habe dann
den „Wegweiser zur Berufswahl“ erhalten und Hausaufgaben fürs nächste
Gespräch.
Vor dem zweiten Gespräch musste ich einen halben Tag
lang nach Bülach kommen und Tests machen. Das hat mir schon ein wenig
Sorgen gemacht. Aber Sie haben mir immer wieder gesagt, dass es
ja keine Prüfung sei. Das hat mich ein wenig beruhigt, trotzdem
wollte ich natürlich gute Resultate haben. Es war anstrengend, aber am
Schluss auch spannend, die Ergebnisse mit Ihnen zu besprechen.
Wenn ich jetzt nochmals meinen Persönlichkeitspass
und die Beurteilungen meiner Eltern und Geschwister anschaue und
alles mit den Ergebnissen der Interessentests vergleiche, so staune
ich, wie gut mich die anderen kennen und wie der Test gestimmt hat. Ich
erlebe ja jetzt, dass ich wirklich gerne Kontakt zu Menschen habe. Es
ist auch herausgekommen, dass ich am Umgang mit
Sprachen interessiert bin, gerne gestalterisch tätig bin und auch der
Technik gegenüber nicht abgeneigt bin. Auch dass ich in meinem
Berufsalltag sowohl Hand- als auch Kopfarbeit leisten möchte, kam
heraus.
Bei unserem dritten Gespräch haben wir meine Hitparade im Wegweiser zur
Berufswahl besprochen. Sie wollten genau
wissen, weshalb ich diese Auswahl unter den Berufen getroffen habe und
was mich im Einzelnen daran fasziniert. In meiner Hitparade standen
neben dem Beruf Kauffrau Reisebüro auch noch Detailhandelsfachfrau,
Drogistin, Fachfrau Betreuung, Lehrerin für die Primarstufe,
Polygrafin, Dekorationsgestalterin, Fotografin und Siebdruckerin.
Als ich danach zu Hause Informationen über diese
Berufe las und eine persönliche Stellungnahme dazu verfassen musste,
stellte ich fest, dass nicht alle Berufe gleich spannend für mich
waren. Aber beim Lesen der Informationen habe ich noch weitere,
verwandte Berufe entdeckt, die mein Interesse weckten.
In meinem Favoriten-Check habe ich schliesslich Augenoptikerin und
Polygrafin eingetragen. Diese Berufe wollte ich noch näher kennen lernen.
Sie haben mir erklärt, wie ich vorgehen müsse, um
Berufsbesichtigungen und Schnupperlehren zu organisieren. Als ich dann
drei Tage in einem Optikergeschäft in Zürich schnuppern konnte, hat
es mir sehr gefallen. In meinem Schnupperlehr-Tagebuch habe ich
aufgeschrieben, was ich erlebte. Ich merkte, dass mir der
Kundenkontakt gut gefällt. Auch die technischen Apparate fand ich
spannend. Aus den Leistungstests bei Ihnen wusste ich, dass ich
ein gutes Vorstellungsvermögen und ein gutes technisches Verständnis
habe. Ich habe eine gute Rückmeldung auf meinen Schnuppereinsatz
erhalten und plante noch eine weitere Schnupperlehre bei einem anderen
Optiker. Ich wollte vergleichen können.
Aber trotzdem war der Beruf Polygrafin noch nicht aus
dem Rennen. An einem Berufsinformationsnachmittag habe ich mehr
darüber erfahren, musste aber erst noch
einen Eignungstest absolvieren, um schnuppern zu können. Dann durfte
ich zwei Tage in einem Medienunternehmen den Berufsalltag kennen
lernen. Die Bearbeitung von Bildern und Texten hat mir eigentlich gut
gefallen. Es hat mich aber gestört, dass ich den ganzen Tag am
Computer sitzen musste. Ich brauche mehr Bewegung. Auch der direkte
Kontakt mit Menschen kam in diesem Beruf für meinen Geschmack etwas zu kurz.
Wir haben meine Erfahrungen zusammen gut ausgewertet. Sie haben einen Beratungsbericht geschrieben, den ich
zuerst lesen
konnte. Dann kamen auch meine Eltern wieder mit zum Gespräch. Wir
haben meine Testergebnisse nochmals angeschaut und besprochen, was ich
bis dahin alles gemacht hatte. Meine Eltern durften dann den
Beratungsbericht ebenfalls lesen. Darin haben Sie auch
Empfehlungen abgegeben, die für uns gut waren.
Inzwischen wusste ich schon ganz sicher, dass ich Augenoptikerin
werden will. Sie haben mich bei der Lehrstellensuche unterstützt.
Sie zeigten mir, wie ein Lebenslauf und ein Bewerbungsbrief aussehen müssen
und haben mir erklärt, wie ich offene Lehrstellen finde. Ich war froh,
dass Sie noch einen Kurzbericht geschrieben haben, den ich meiner
Bewerbung beilegen konnte. Schliesslich haben Sie mich während rund
vier Monaten und einigen Beratungsgesprächen bereits gut kennen
gelernt.
Ich habe Glück gehabt! Nach 14 Bewerbungen hat es
geklappt! Ich mache nun meine Lehre als Augenoptikerin und bin sicher,
richtig gewählt zu haben. Ihre Beratung hat mir sehr
geholfen. Vor allem, dass Sie mich über eine längere Zeit
begleitet haben und ich ihnen zwischendurch auch mailen konnte, fand ich
gut.
Sollte ich später einmal nicht mehr wissen, wie es
beruflich weitergehen soll, dann werde ich ganz bestimmt wieder zu
Ihnen kommen!
Herzliche Grüsse A.M.
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